Kunsttherapien

Die anthroposophischen Kunsttherapien setzen Modellieren, Malen, Musik, Sprache und Bewegung ein, um die körpereigenen Regenerationskräfte anzuregen und die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Lebensvorgänge und Organfunktionen, deren natürlicher Rhythmus aus dem Gleichgewicht geraten ist, werden durch künstlerisches Gestalten ausgeglichen und gekräftigt. Therapeutinnen und Therapeuten entwickeln in Absprache mit dem behandelnden Arzt individuelle Übungen und Übungsfolgen; Patientin und Patient erfahren sich nicht als passiv Erleidende, als "geduldig auf Wirkung Wartende", sondern tragen durch ihre eigene Aktivität ausschlaggebend zum Heilungsprozess bei.

Das Plastisch-therapeutische Gestalten bringt Vorstellen, Erleben und Handeln in ein lebendiges Wechselspiel. Unterschiedliche Materialien wie Ton, Holz, Stein, Gips oder Sand werden dabei mit den Händen oder mit Werkzeugen geformt.

Die Maltherapie fördert das Erleben und Gestalten von Farbqualitäten und Farbkombinationen. Verschiedene Malmethoden regen gezielt seelische Prozesse und Organtätigkeiten an, entspannen den Organismus und führen zur Vertiefung der Erlebnisqualität.

Die Musiktherapie setzt Töne, Harmonien, Melodien und Rhythmen ein, die auf unterschiedlichen Instrumenten gespielt, gesungen oder auch mit wachem Ohr angehört werden. Die vorsichtig gewählten Klänge und Klangfolgen wirken auf Körper, Seele und Geist und setzen die Selbstheilungskräfte frei.

Die therapeutische Sprachgestaltung stärkt durch bewusste Arbeit mit Atem, Stimme, Lautbildung und Geste das Immunsystem und das Selbst. Neben Sprech- und Bewegungsübungen werden auch verschiedene dichterische Elemente aus Epik, Lyrik und Dramatik therapeutisch eingesetzt.