Gesundheitspolitik

Langjähriges Engagement für Komplementärmedizin

Das Engagement in der schweizerischen Gesundheitspolitik ist seit über 40 Jahren wichtiger Bestandteil der Aktivitäten von anthrosana. Sie war auch Initiantin und Gründungsmitglied des Forums für Ganzheitsmedizin (ffg), der Vorläuferorganisation des heutigen Dachverbands für Komplementärmedizin (Dakomed).

anthrosana hat sich intensiv für die Förderung und Anerkennung der Komplementärmedizin von der Lancierung der Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» bis zur Verankerung der Komplementärmedizin in der Bundesverfassung 2009 im Verfassungsartikel 118a eingesetzt. Seit 2017 werden die Leistungen der ärztlichen Richtungen der Komplementärmedizin definitiv und unbefristet von der Grundversicherung vergütet.

Der Dakomed, bei dem anthrosana Mitglied ist, kämpft seitdem dafür, dass die Kernforderungen zum Verfassungsartikel zur Komplementärmedizin umgesetzt werden. Mehrere Kernforderungen zum Verfassungsartikel Komplementärmedizin sind heute umgesetzt oder auf gutem Weg.

Durch die Schaffung eines anerkannten und geschützten Titels «KomplementärTherapeut/in mit eidgenössischem Diplom» hat die Komplementärtherapie in der Schweiz einen in ganz Europa einmaligen Status errungen. Zurzeit zählen unter anderen Heileurythmie, AlexanderTechnik, Atemtherapie, Ayurveda Therapie, Craniosacral Therapie, Eutonie, Feldenkrais, Reflexzonentherapie, Shiatsu und Yoga Therapie zu den Methoden der Komplementärtherapie. Weitere Methoden werden in die Prüfungsordnung aufgenommen oder durchlaufen noch das Anerkennungsverfahren. Das neue eidgenössische Diplom soll ein einheitliches Ausbildungsniveau sichern und eine höhere Behandlungsqualität garantieren. Zusammen mit der Prüfungsordnung für Naturheilpraktiker/innen können nichtärztliche Therapeuten der Komplementärmedizin über eine höhere Fachprüfung ein nationales Diplom erlangen.

Lehre und Forschung

Seit 2016 ist im Medizinalberufegesetz festgehalten, dass Kenntnisse über komplementärmedizinische Methoden in den Ausbildungszielen von Ärzten, Tierärzten, Chiropraktikern, Zahnärzten und Pharmazeuten integriert sind. In den letzten Jahren wurde die Komplementärmedizin in die überarbeiteten Lernzielkataloge der Schweizer Universitäten aufgenommen. An wenigen Schweizer Universitäten (Bern, Lausanne, Zürich) wird Komplementärmedizin bisher gelehrt.

Im Februar 2020 trat der neue Stiftungsprofessor für translationale Komplementärmedizin, Prof. Dr. Carsten Gründemann, seine Stelle am Departement für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Basel an. Mit der Einrichtung dieser Professur trägt nun die Universität Basel dem Bedürfnis Rechnung, komplementärmedizinische Therapien mit wissenschaftlichen Methoden auf ihre Wirksamkeit zu prüfen.

Die Stiftungsprofessur wird in den nächsten fünf Jahren mit rund CHF 3 Millionen von einem Konsortium von neuen Förderern unterstützt, zu denen neben Software-AG-Stiftung, Stiftung Edith Maryon, Wala und Weleda unter anderen auch anthrosana gehört.

Bei allen Erfolgen ist aber festzuhalten, dass das Ziel, die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Schul- und Komplementärmedizin in der Schweiz noch nicht erreicht ist. Beispielsweise im Bereich Lehrer und Forschung gibt es noch viel zu tun. Der Einsatz für die Komplementärmedizin geht also weiter. anthrosana bleibt am Ball.

Gut vernetzt

anthrosana hat 1999 die Schweizer Initiative Anthroposophische Medizin (SIAM) mitbegründet, der alle wichtigen Organisationen und Institutionen der anthroposophisch-medizinischen Bewegung in der Schweiz angehören.

Auf europäischer Ebene engagiert sich der Verein im anthroposophischen Patientendachverband European Federation of Patients' Associations For Anthroposophic Medicine (EFPAM), der er im Jahr 2000 mitbegründet hat.

anthrosana-Netzwerk

Dachverband Komplementärmedizin - Dakomed, Bern (CH)

 

Schweizerische Initiative für anthroposophische Medizin - SIAM (CH)

 

Gesundheit Aktiv, Bürger-und Patientenverband, Berlin (D)

 

European Federation of Patients‘ Associations for Anthroposophic Medicine (EFPAM)

 

Europäische Allianz von Initiativen der angewandten Anthroposophie